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Symposium zu: Crone, Katja: Identität von Personen. Eine Strukturanalyse des biographischen Selbstverständnisses. Berlin: de Gruyter 2016. X, 219 Seiten. [978-3-11-024650-6]

Das Eindeutigkeitspostulat, die Perspektive der ersten Person und transtemporale Identität

Von Andy Mueller (Goethe-Universität Frankfurt a. M.)

Ein Buch über Identität von Personen muss sich fast zwangsläufig auch mit dem Phänomen der transtemporalen Identität von Personen auseinandersetzen. Katja Crone wendet sich diesem im 5. und 6. Kapitel ihres Buches zu. Es ist hilfreich, einführend zu klären, welche Ziele Crone hier nicht verfolgt. Gleich zu Beginn stellt sie klar, dass ihr Anliegen nicht die Entwicklung oder Verteidigung einer bestimmten metaphysischen Theorie über die transtemporale Identität von Personen ist. Es geht also nicht um die Verteidigung einer Theorie, die beispielsweise die transtemporale Identität von Personen auf psychologische oder physikalische Kontinuität reduzieren möchte. Stattdessen argumentiert Crone für eine „alltagspsychologische Sichtweise, die zeigen soll, welche Rolle der Tatsache, dass Personen über eine subjektive Innenperspektive verfügen, (neben körperlichen und psychischen Kontinuitätsrelationen) bei Fragen transtemporaler Identität zukommt“ (88).

Auch wenn Crone keine eigene metaphysische Theorie über die transtemporale Identität von Personen entwickeln möchte, so scheint eine Kritik reduktionistischer Theorien jedoch ein implizites Ziel zu sein. Ich werde zunächst herausarbeiten, inwiefern dies einzelne Passagen zumindest suggerieren. Dann werde ich dafür argumentieren, dass diese Kritik auf einem einseitigen Fokus eines einzelnen Aspekts unseres Alltagsbildes von transtemporaler Identität fußt. Gerade die von Crone kritisierten reduktionistischen Theorien geben durchaus Gründe, genau diesen Aspekt selbst zurückzuweisen.

Startpunkt von Crones Untersuchung ist unser Alltagsbild von transtemporaler Identität von Personen. Crone verwendet verschiedene Begriffe wie Alltagswahrnehmung, Alltagssprache, Alltagsperspektive (93,94) oder alltäglicher Sichtweise (104), die ich hier alle unter dem Begriff Alltagsbild subsumieren möchte. Unser Alltagsbild über die transtemporale Identität von Personen weicht in einer besonderen Hinsicht von unserem Alltagsbild von unbelebten Artefakten ab. Ob mein Fahrrad zu t1 noch identisch mit dem Fahrrad zu t2 ist, nachdem zwischen t1 und t2 der Lenker getauscht wurde, scheint gewisse Spielräume zuzulassen. Man könnte sagen, dass der bloße Tausch des Lenkers keinen Einfluss auf die Identität des Fahrrades hat. Man könnte aber auch sagen, dass z. B. ein Lenker mit einer anderen Krümmung bereits zu einer so großen Veränderung der Sitzposition auf dem Rad führt, sodass es zu t2 nicht identisch mit dem Fahrrad zu t1 ist. Zu welchem dieser Urteile man tendiert, mag davon abhängen, wie velophil veranlagt man ist. Aber auch jemand, für den alle Fahrräder gleich aussehen, wird zugestehen können, dass zumindest ein gewisser Spielraum besteht.

Genau dieser Spielraum scheint bei Personen nicht zu bestehen, zumindest nicht nach unserem Alltagsbild von der transtemporalen Identität von Personen. Denn Teil dieses Alltagsbildes ist folgende These, die ich als Destillat aus Crones Ausführungen (99, 101) verstehe:

Eindeutigkeitspostulat für transtemporale Identität (ETI)
Eine Aussage über die transtemporale Identität von Personen der Art „Person A zu t1 ist identisch mit Person B zu t2“ hat einen einzigen Wahrheitswert, der nicht kontextuell oder relativ zu einem Assessor variiert.

ETI ist eine metaphysische These, keine epistemische. Es kann Fälle geben, in denen wir nicht wissen können, welchen Wahrheitswert eine Aussage über transtemporale Identität hat. Aber dennoch gilt, dass jedes Identitätsurteil nur einen Wahrheitswert hat, auch wenn dieser uns nicht bekannt ist. Anders als im Fall von Artefakten lassen Identitätsurteile über Personen keine Spielräume zu. Crone bietet uns eine alltagspsychologische Erklärung von ETI: Personen haben eine bewusste Innenperspektive und nehmen sich als über die Zeit hinweg einheitliche Individuen wahr. Wir können uns fragen, ob ein zukünftiger Schmerz mein Schmerz sein wird. Und wir gehen davon aus, dass diese Frage eine eindeutige Antwort hat. Entweder ich werde diesen Schmerz fühlen oder ich werde diesen Schmerz nicht fühlen. Und das bedeutet, dass eine transtemporale Identitätsaussage, z. B. dass ich zu t1 die Person bin, die zu t2 einen Schmerz fühlen wird, nur einen einzigen Wahrheitswert hat.

ETI spielt eine zentrale Rolle in Crones Kritik an reduktionistischen Theorien transtemporaler Identität (RT), darunter z. B. der Ansatz, transtemporale Identität auf psychologische Kontinuität zu reduzieren. In Anbetracht von Fission-Fällen, auf die ich gleich näher eingehen werde, ist RT nach Crone darauf festgelegt, „dass die transtemporale Personenidentität in manchen Fällen nicht vollständig aufklärbar ist“ (103). Daraus folgt nach Crone, dass „transtemporale Identität nicht zwingend als eine Relation verstanden werden muss, die entweder besteht oder nicht besteht“ (104). Wenn Fission-Fälle RT darauf festlegen, dass transtemporale Identität nicht zwingend besteht oder nicht besteht, dann ist RT auf die Ablehnung von ETI festgelegt. Denn wenn ETI festlegt, dass jedes Urteil über transtemporale Identität nur einen Wahrheitswert besitzt, dann kann es nicht sein, dass transtemporale Identität keine Relation ist, die entweder besteht oder nicht besteht. Folglich gilt P1:

(P1) RT→ ¬ ETI

Allerdings folgt unmittelbar aus P2, dem Eindeutigkeitspostulat, und modus tollens, dass RT falsch ist.

(P2) ETI.

(K) ¬ RT

Crone macht dieses Argument nicht explizit; und sie schreibt auch nicht explizit, dass RT falsch ist. Der entsprechende Absatz suggeriert jedoch dieses Argument und diese Konklusion. Explizit schreibt Crone, dass RT aufgrund einer engen Ausrichtung problematisch ist (104). Es wäre zumindest überraschend zuzugestehen, dass eine aufgrund ihrer engen Ausrichtung problematische Theorie dennoch wahr ist. Angesichts dessen scheint es mir gerechtfertigt, Crone die Ablehnung von RT zuzuschreiben.

Auch wenn ich generell die Ansicht teile, dass philosophische Theorien über ein Phänomen möglichst kompatibel mit unserem Alltagsbild dieses Phänomens sein sollten, so glaube ich nicht, dass dieses Alltagsbild stets das letzte Wort haben sollte. Gute Argumente können die Revision oder (teilweise) Aufgabe unserer Alltagsbilder rechtfertigen. Die klassischen Gedankenexperimente, die in der Debatte um transtemporale Identität diskutiert werden, sind meiner Ansicht nach geeignet, um zumindest Zweifel an unserem Alltagsbild zu wecken. Angesichts dessen scheint es unangemessen, stur auf unserem Alltagsbild, bzw. auf bestimmten Aspekten von diesem, zu beharren.

Bestimmte Gedankenexperimente eignen sich, um Spannungen in unserem Alltagsbild von transtemporaler Identität aufzuzeigen. Unser Alltagsbild von transtemporaler Identität ist komplex. Es beinhaltet neben ETI sicherlich auch die starke Intuition, dass ein Zusammenhang zwischen psychologischer Kontinuität (PK) und transtemporaler Identität besteht (ohne uns damit schon auf bestimmte reduktive Theorien festzulegen). Das verdeutlicht die Eingängigkeit und Intuitivität der Gedankenexperimente, auf die Philosophen seit Generation zurückgreifen: sei es Lockes Prinz, dessen Seele in den Körper eines Schuster eingesetzt wird und von dem wir annehmen, dass er nach diesem Eingriff immer noch die gleiche Person ist, bloß in einem anderen Körper; oder die moderne Variante dieses Beispiels, die Gehirntransplantation. Setzen wir Franks Gehirn in Eduards gehirnlosen Körper ein, so gehen wir davon aus, dass die Person, die nach dem Eingriff Eduards Körper hat, identisch mit Frank vor der OP ist.

Durch die PK-Komponente unseres Alltagsbilds scheinen jedoch die klassischen Fission-Fälle möglich, wie sie z. B. von Parfit (Parfit 1971) konstruiert werden, auf den Crone explizit verweist. Hier der Aufbau des Fission-Gedankenexperiments: Im ersten Schritt wird die linke Hälfte von Franks Gehirn entfernt. Durch diesen Eingriff ändert sich nichts an Franks Identität, da es möglich ist, auch mit nur einer Hirnhälfte zu überleben. Nennen wir diese Person nach dem ersten Schritt Halb-Frank. Im zweiten Schritt wird die entnommene Hirnhälfte von Frank in Eduards gehirnlosen Körper eingesetzt. Da auch hier gilt, dass man mit nur einer Hirnhälfte überleben kann, ist das Resultat des zweiten Eingriffs ebenfalls eine Person. Nennen wir diese Person nach dem zweiten Schritt Fred.

Wenn ETI Teil unseres Alltagsbildes und wahr ist, dann muss es auch in Fission-Fällen zutreffen. Jedoch scheint es in Fission-Fällen keine plausiblen, eindeutigen Aussagen über die transtemporale Identität von Frank vor dem ersten Schritt und den existierenden Personen nach dem zweiten Schritt zu geben. Dass weckt Zweifel daran, dass Identitätsaussagen stets nur einen einzigen Wahrheitswert haben. Deshalb stellen Fission-Fälle zumindest ein prima facie Problem für ETI dar. Nach dem zweiten Schritt bestehen die folgenden möglichen Identitätsurteile:

(1) Frank ist weder mit Halb-Frank noch mit Fred identisch.

(2) Frank ist entweder mit Halb-Frank oder mit Fred identisch

(3) Frank ist mit Halb-Frank und Fred identisch.

Option 1 ist kompatibel mit ETI, aber unplausibel. Die PK-Komponente legt nahe, dass Frank nach der teilweisen Hirnentfernung, dem ersten Schritt, mit Halb-Frank identisch sein sollte, da hier ein klares psychologisches Kontinuitätsverhältnis vorliegt. Unsere Metaphysik über die transtemporale Identität von Personen sollte indifferent gegenüber der Frage ‚transplantieren oder kompostieren?‘ sein. Ob die entnommene Hirnhälfte transplantiert oder kompostiert wird, sollte keinen Einfluss darauf haben, ob Frank, der nach dem ersten Schritt mit Halb-Frank identisch ist, auch nach dem zweiten Schritt noch mit Halb-Frank identisch ist. Also scheint es unplausibel, dass Frank nach dem zweiten Schritt weder mit Halb-Frank noch mit Fred identisch ist.

Option 2 ist zwar mit ETI kompatibel, aber erscheint ebenfalls unplausibel. Weshalb sollte Frank entweder mit Halb-Frank oder Fred identisch sein? Unser Alltagsbild von transtemporaler Identität liefert hier kein weiteres Kriterium für eine Festlegung. Das Problem ist nicht rein epistemischer Art, sondern metaphysisch. Was wäre ein plausibles metaphysisches Kriterium zugunsten einer Entscheidung? Man kann daran zweifeln, dass es überhaupt möglich ist, hier fündig zu werden. Es scheint, als seien die Relationen nahezu identisch, die zwischen Frank und Halb-Frank, sowie Frank und Fred, vorliegen. Wie sollte man hier also ein geeignetes Kriterium finden? Wenn unsere Metaphysik über die transtemporale Identität keine arbiträren Urteile fällen soll, dann scheint Option 2 keine gangbare Option zu sein. Könnte Crone auf die Rolle der Bedeutung der Perspektive der ersten Person verweisen, um eine bestimmte Entscheidung zu verteidigen? Ich denke, auch hier muss die Antwort negativ ausfallen. Denn es ist anzunehmen, dass sich sowohl Halb-Frank als auch Fred aus der Ersten-Person-Perspektive als über die Zeit hinweg einheitliche Individuen wahrnehmen und deshalb keine nicht-arbiträre Entscheidung zugunsten eines spezifischen Identitätsurteils möglich ist.

Option 3 lässt zwei Lesarten zu, die jedoch beide unplausibel erscheinen. Nach der ersten Lesart ist Frank mit Halb-Frank identisch, und ebenfalls mit Fred identisch. Aufgrund der Transitivität von Identität würde dies aber auch bedeuten, dass Halb-Frank und Fred identisch sind, und das scheint unplausibel. Nach der zweiten Lesart ist Frank mit dem Kompositum aus Halb-Frank und Fred identisch. Aber auch diese Lesart ist unplausibel, auch wenn sie eventuell mit ETI kompatibel ist. Frank hätte dann nicht nur zwei separate Körper, sondern auch zwei separate Bewusstseinsströme, die stark divergieren könnten. Es wäre also möglich, dass Frank zu späteren Zeitpunkten Schmerzen hat, und ebenso, dass Frank keine Schmerzen hat. Damit wäre es möglich, dass allerlei widersprüchliche Aussagen über Frank wahr sein könnten. Das erscheint jedoch unplausibel. Für die Verfechterin von ETI bietet keine der beiden Lesarten von Option 3 eine ansprechende Antwort auf den Fission-Fall.

Es soll nicht unterschlagen werden, dass es auch noch eine vierte Option gibt, um auf den Fission-Fall zu reagieren: die vierdimensionalistische Antwort. Diese besagt, dass Frank – gemeint als das, was wir als Person Frank herausgreifen – bereits vor dem ersten Schritt ein zeitlicher Teil von zwei Personen ist, Halb-Frank und Fred. Durch den Fission-Eingriff werden diese zwei Personen lediglich getrennt. Ich will hier nicht die Plausibilität dieses Vorschlags bewerten. Es scheint jedoch, dass diese vierte Option ebenfalls ungeeignet ist, um ETI zu verteidigen. Dass wir eventuell nicht eine Person sind, sondern möglicherweise zwei Personen, die zukünftig durch einen Fission-Eingriff getrennt werden könnten, scheint eine Annahme zu sein, die sicherlich nicht Teil unseres Alltagsbildes ist. Mögen auch manchmal zwei Seelen in unserer Brust schlagen, so gehen wir doch normalerweise davon aus, dass wir dennoch immer nur eine einzige Person sind (egal, wie widersprüchlich diese eine Person sein mag). Insofern scheint die vierdimensionalistische Option grundsätzlich schwer mit der Annahme zu vereinbaren, dass Theorien über transtemporale Identität unser Alltagsbild respektieren sollen. Wenn wir ETI, das Teil unseres Alltagsbildes ist, nur halten können, wenn wir andere Teile unseres Alltagsbildes aufgeben, drängt sich die Frage auf, weshalb wir stattdessen nicht ETI selbst aufgeben sollten –oder zumindest weshalb ETI einen privilegierten, revisions-immunen Status genießen sollte.

Eine mögliche Erwiderung von Crone könnte die Zurückweisung des Fission-Falls aufgrund seiner Realitätsferne sein. Crone selbst schlägt diesen Weg nicht ein, verweist aber in einer Fußnote auf diese Möglichkeit (103, Fn 55). Doch auf diese mögliche Erwiderung gibt es auch eine mögliche Replik: Auch wenn Fission-Fälle realitätsfern sind, so scheinen sie dennoch eine genuine metaphysische Möglichkeit zu skizzieren. Diese bloße metaphysische Möglichkeit ist hinreichend, um von diesen Fällen abzuleiten, ob unser Alltagsbild vollständig in einer metaphysischen Theorie von transtemporaler Identität integriert werden kann.

Die verschiedenen Komponenten unseres Alltagsbildes scheinen kein stimmiges Gesamtbild zu ergeben, das einer philosophischen Betrachtung standhält. Fission-Fälle zeigen, dass ETI und PK nicht gemeinsam zu halten sind. Angesichts dessen könnte die Verteidigerin von ETI dafür plädieren, PK aufzugeben, um an ETI festzuhalten. Allerdings ist die Aufgabe der Annahme des Zusammenhangs von psychologischer Kontinuität und transtemporaler Identität aus zwei Gründen schwierig. Erstens würde dies einen radikalen Bruch mit den für die Debatte zentralen Intuitionen darstellen – Beispiele wie Lockes Prinz müssten dann ebenfalls zurückgewiesen werden.1 Zweitens, und dies scheint mir das größere Problem zu sein, untergräbt die Zurückweisung von PK Erwägungen, durch die ETI motiviert ist. Weist man PK zurück, dann ist es unklar, weshalb man annehmen sollte, dass es eine Rolle spielt, dass sich Personen über die Zeit hinweg als einheitliche Individuen wahrnehmen – denn auch dies ist nur eine Spielart von psychologischer Kontinuität. Damit würde dann aber auch eine Motivation, bzw. Erklärung von ETI entfallen. Die Zurückweisung von PK droht also ETI selbst zu unterlaufen. Deswegen scheint es für die Verteidigerin von ETI nicht aussichtsreich, PK zurückzuweisen.

Allerdings halte ich es für überstürzt, deshalb als Konklusion die Aufgabe von ETI abzuleiten. Eine weniger radikale Konklusion ist angemessener. ETI ist Teil eines Alltagsbildes, das weitere Komponenten beinhaltet. Fission-Fälle suggerieren jedoch, dass die Komponenten dieses Alltagsbildes nicht in eine kohärente und plausible metaphysische Theorie transtemporaler Identität zu integrieren sind. Wir können aus dieser Beobachtung nicht ableiten, welche Komponente des Alltagsbildes aufgegeben werden sollte. Deshalb erscheint es fragwürdig, auf eine einzelne Komponente dieses Alltagsbildes zu verweisen und diese als Grundlage für eine Kritik an bestimmten metaphysischen Theorien zu verwenden. Genau diese Argumentationstrategie verfolgt Crone jedoch, wenn sie RT hinsichtlich ihrer Unvereinbarkeit mit ETI kritisiert. Vertreter reduktionistischer Theorien sollten deshalb unbeeindruckt von Crones Kritik sein. Sie könnten gar in die Offensive gehen und Crones Annahme von ETI angreifen. Mit welchen guten Gründen kann man an ETI festhalten, wenn Fission-Fälle suggerieren, dass ETI Teil eines Alltagsbildes ist, dass sich nicht vollständig in eine metaphysische Theorie transtemporaler Identität integrieren lässt? Es wäre, wie gesagt, überstürzt anzunehmen, dass die Fission-Fälle bereits ein zwingender Grund für die Aufgabe von ETI sind. Sie zeigen jedoch, dass ETI, eine von Crones zentralen Annahmen und Grundlage für ihre Kritik an RT, ein umstrittenes Postulat ist.

Literatur

Parfit, Derek. „Personal Identity“, The Philosophical Review, Vol. 80 No. 1, (1971): 3–27.

Sattig, Thomas. „The Sense and Reality of Personal Identity“, Erkenntnis: im Erscheinen.


  1. Ich möchte nicht ausschließen, dass es gute Gründe gibt, PK oder die Standardfälle, die PK motivieren, zurückzuweisen. Siehe z. B. Sattig (im Erscheinen), der kritisiert, dass diese Fälle nicht aufrecht zu erhalten sind, wenn man das ihnen zugrundeliegende Konzept des episodischen Gedächtnisses näher betrachtet.

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